MÜNCHENER BIENNALE
FESTIVAL FÜR NEUES MUSIKTHEATER

08/05—
20/05/2026

crypt_
YURI UMEMOTO

Mehr Geld, mehr Ruhm, mehr Kunst, mehr Leben. 
Auf der Suche nach dem „Mehr“ - dem Exzess, dem Überfluss - trifft ein japanischer Komponist auf drei geisterhafte Adlige. Sie stellen seine vermeintlichen Sehnsüchte auf die Probe und konfrontieren ihn mit dem, was ihm wirklich etwas bedeutet: sein Glaube, seine Musik, seine Kultur und sein Vater. 

Mehr Geld, mehr Ruhm, mehr Kunst, mehr Leben. 
Auf der Suche nach dem „Mehr“ - dem Exzess, dem Überfluss - trifft ein japanischer Komponist auf drei geisterhafte Adlige. Sie stellen seine vermeintlichen Sehnsüchte auf die Probe und konfrontieren ihn mit dem, was ihm wirklich etwas bedeutet: sein Glaube, seine Musik, seine Kultur und sein Vater. 
Zwischen europäischer Oper, japanischer Geistergeschichte, Anime und künstlicher Intelligenz verwebt „crypt_“ die Erzählung von „Hoichi the Earless“, zu einem Musiktheater über Schöpfung, Ambition und Identität. 


Sendetermin BR Klassik: 30/06/2026, 20:03 Uhr, Festspielzeit

crypt_ erzählt die Geschichte von „Hoichi dem Ohrenlosen“. Das ist eine alte Geschichte aus Japan. Hoichi ist ein japanischer Komponist, der mehr will im Leben: mehr Erfolg, mehr Geld, mehr Kunst. Eines Tages trifft Hoichi auf drei Geister, die seine Wünsche auf die Probe stellen. Sie fragen: Was ist Dir wirklich wichtig? Dadurch merkt Hoichi: Eigentlich sind mir andere Dinge wichtiger, zum Beispiel mein Glaube, meine Musik und mein Vater. Das Stück verbindet verschiedene Kunstformen: europäische Oper, japanische Geistergeschichte, und Anime.

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SA

16.05.
20:00
— 21:10

Uraufführung

SO

17.05.
19:00
— 20:10

MO

18.05.
11:00
— 12:10

Übertitel auf Englisch

Mehr Geld, mehr Ruhm, mehr Kunst, mehr Leben. 
Auf der Suche nach dem „Mehr“ - dem Exzess, dem Überfluss - trifft ein japanischer Komponist auf drei geisterhafte Adlige. Sie stellen seine vermeintlichen Sehnsüchte auf die Probe und konfrontieren ihn mit dem, was ihm wirklich etwas bedeutet: sein Glaube, seine Musik, seine Kultur und sein Vater. 
Zwischen europäischer Oper, japanischer Geistergeschichte, Anime und künstlicher Intelligenz verwebt „crypt_“ die Erzählung von „Hoichi the Earless“, zu einem Musiktheater über Schöpfung, Ambition und Identität. 


Sendetermin BR Klassik: 30/06/2026, 20:03 Uhr, Festspielzeit

crypt_ erzählt die Geschichte von „Hoichi dem Ohrenlosen“. Das ist eine alte Geschichte aus Japan. Hoichi ist ein japanischer Komponist, der mehr will im Leben: mehr Erfolg, mehr Geld, mehr Kunst. Eines Tages trifft Hoichi auf drei Geister, die seine Wünsche auf die Probe stellen. Sie fragen: Was ist Dir wirklich wichtig? Dadurch merkt Hoichi: Eigentlich sind mir andere Dinge wichtiger, zum Beispiel mein Glaube, meine Musik und mein Vater. Das Stück verbindet verschiedene Kunstformen: europäische Oper, japanische Geistergeschichte, und Anime.

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Komposition, Text:

 YURI UMEMOTO

Libretto:

 GARETH MATTEY

Musikalische Leitung:

 CHRISTIAN EGGEN

Regie:

 IVAR FURRE AAM

Szenografische Beratung, Lichtdesign:

 JAKOB OREDSSON

Kostüm:

 INGRID TORVUND

Anime Design, Director:

 KANJI OKAI

Anime Design:

 AKINARI KITAYAMA, KOTA OEBISU, KEI ICHIKAWA

Technical Realisation Lead:

 MARKUS TARASENKO FADUM

Sound engineer:

 ASLE KARSTAD

Dramaturgie:

 TAKUYA MAEHARA

Sopran:

 PEYEE CHEN

Countertenor:

 SEAN BELL

Tenor:

 MATHIAS MONRAD MØLLER

Bariton:

 HALVOR FESTERVOLL MELIEN
OSLO SINFONIETTA

Flöte:

 ANNE KARINE HAUGE

Klarinette:

 ROLF BORCH

Oboe:

 MARIE TETZLAFF

Violine:

 KARIN HELLQVIST, EMILIE LIDSHEIM

Viola:

 BENDIK FOSS

Cello:

 INGVILD SANDNES

Cembalo:

 SANAE YOSHIDA

Percussion:

 KJELL TORE INNERVIK
Eine Koproduktion der Münchener Biennale und Ultima Oslo Contemporary Music Festival, Oslo Sinfonietta, Black Box teater und KLANG Festival Kopenhagen.
Kompositions- und Librettoauftrag der Landeshauptstadt München zur Münchener Biennale mit freundlicher Unterstützung des Arts Council Norway.

Entering the „crypt_“

In unserer gegenwärtigen Welt der Kryptowährungen und Kryptofaschisten besitzen Katakomben, sowohl als Ort wie auch als Idee, eine immense Macht. Unsere modernen Katakomben ist Mausoleum, Rechenzentrum und Unterbewusstsein zugleich: ein Raum, in dem zwischen den Geistern und Skeletten unserer privaten wie öffentlichen Vergangenheiten Entdeckungen gemacht werden können.

Als Librettist* faszinieren mich Skelette. Wenn wir auf die Überreste urzeitlicher Wesen blicken, fällt es oft schwer, sich das lebendige Geschöpf vorzustellen, das sie einst umgab: Fleisch, Muskeln, Haut, Federn: alles von der Zeit ausgelöscht. Selbst ein menschliches Skelett verrät nur wenig über die Person, die einst in ihm lebte. Und doch bleibt das Skelett das grundlegende Gerüst, auf dem jeder lebendige, atmende Körper beruht, unsichtbar bis nach dem Tod.

Für mich funktioniert ein Opernlibretto auf ähnliche Weise: Es ist ein Skelett, eine Struktur, die mit Musik bekleidet werden soll. Meine Aufgabe besteht daher darin, einem Komponisten das richtige Skelett anzubieten. Eines, das ihm genügend Raum lässt, um daraus ein lebendiges, atmendes (und singendes) Wesen entstehen zu lassen. So wie jedes Skelett einzigartig sein muss, damit ein Geschöpf leben kann, muss auch jedes Libretto einem Komponisten genau das anbieten, was nur er selbst schreiben kann.

Während „crypt“ Yuris erste Oper ist, ist es nicht mein erstes Libretto. Diese Erfahrung erwies sich zugleich als Segen und Herausforderung: Wie kann ich vermitteln, wozu Oper fähig ist, und gleichzeitig sicherstellen, dass wir ein Werk erschaffen, das ausschließlich Yuri komponieren konnte, unabhängig von Operntradition oder Kanon? Manche mögen vermuten, diese Spannung liege vor allem in kulturellen Unterschieden begründet. Innerhalb der Handlung von „crypt“ erscheint eine solche Lesart durchaus verlockend, insbesondere wenn geisterhafte Adlige einen Komponisten herabsetzen, den sie als fremd wahrnehmen. Man könnte darin sogar eine Spiegelung unserer eigenen Zusammenarbeit sehen: ein europäischer Autor, tief in der Oper verwurzelt, und ein japanisches musikalisches Wunderkind, entschlossen, sie neu zu erfinden.

So verführerisch diese Interpretation auch sein mag, unsere zahllosen Gespräche, Überarbeitungen und Neufassungen offenbarten etwas weitaus Persönlicheres. Der Komponist in „crypt_“ steht nicht emblematisch für die japanische Kultur als Ganzes, sondern für Yuri selbst. In seiner Mischung aus Autobiographie und Metatextualität ist die Figur von Yuris eigener kultureller Lebenserfahrung geprägt und nicht von irgendeiner monolithischen Vorstellung „Japans“. So wie Yuri auf Anime-Ästhetiken, stilisierte Stimmen und japanische Geistergeschichten zurückgreift, schöpft er ebenso aus seiner christlichen Erziehung, einer musikalischen Kindheit, die gleichermaßen von Latein wie von Japanisch geprägt war, sowie aus zahllosen Stunden in den merkwürdigeren Winkeln des Internets. All dies floss in unsere kreativen Gespräche ein, von Memes bis zu mittelalterlicher Dichtung, während das Skelett der Oper allmählich Form annahm.

Ein großer Teil meiner bisherigen Arbeit kreiste um LGBTQ+-Themen und verstand Oper sowie Musiktheater als Räume, in denen Fragen von Identität untersucht werden können. Yuri ermutigte mich, auch „crypt“ durch eine ähnliche Linse zu betrachten. Doch statt meine eigene Identität, oder die meiner Community, zu reflektieren, bestand die Herausforderung nun darin, diesen Blick auf Yuri selbst zu richten: einen heterosexuellen, cisgeschlechtlichen japanischen Komponisten. In diesem Prozess öffnete sich Yuri mit bemerkenswerter Ehrlichkeit, entschlossen, dass die Oper kein bereinigtes Selbstporträt darstellen sollte. Stattdessen wollte er, dass sie sich mit seinen eigenen Schwächen, Frustrationen, Zweifeln und Sehnsüchten auseinandersetzt. Das bedeutet jedoch nicht, „crypt“ als dokumentarischen Realismus zu verstehen; vielmehr bleibt die Oper eine fiktionalisierte Reise durch Yuris eigene psychologische Katakombe, neu geöffnet durch Musik und Drama.

Im Zentrum der Oper steht eine Geistergeschichte, die nahezu allen Menschen in Japan vertraut ist und vor über hundert Jahren erstmals von Lafcadio Hearn ins Englische übersetzt und verbreitet wurde: „Mimi-nashi Hoichi“ — „Hoichi ohne Ohren“. Wie so viele Opern fanden auch wir unsere tiefste Inspiration in einer Geschichte über die Musik selbst: ein blinder Biwa-Spieler, der von Geistern verführt und schließlich durch die Hilfe eines blinden Mönchs gerettet wird — allerdings nicht, bevor ihm gewaltsam die Ohren abgerissen werden. Es ist eine Erzählung, in der Musik und Horror miteinander verschmelzen und in der die Vergangenheit die Gegenwart heimsucht; zugleich ist sie weit weniger moralisierend, als sie zunächst erscheinen mag. Obwohl Hoichi schrecklich leidet, endet die Geschichte damit, dass ihm seine Tortur außergewöhnlichen Ruhm und eine neue Identität verschafft — eine passende Parabel für den Komponisten, der nach mehr verlangt.

Geschichten verändern sich, Figuren entwickeln sich weiter, Zeit vergeht, und Skelette beginnen langsam Gestalt anzunehmen. Von unserem ersten Treffen im Jahr 2024 bis zur Vollendung von Yuris Partitur hat das Libretto unzählige Überarbeitungen durchlaufen — vielleicht mehr als jedes andere Projekt, an dem ich bislang gearbeitet habe. Doch gerade dieser Prozess erwies sich als notwendig und belebend, um sicherzustellen, dass „crypt_“ zu einer Oper wurde, die nur Yuri schreiben konnte. Ich könnte nicht stolzer darauf sein, gemeinsam mit ihm an ihrer Entstehung gearbeitet zu haben.

Nach mehr als einem Jahr des Schreibens sind wir schließlich aus den Katakomben hervorgetreten. Nicht mit einem Skelett im Schlepptau, sondern mit etwas weit Lebendigerem: einem atmenden, lebendigen Wesen, das das Erbe der Oper in sich trägt und zugleich mit der Stimme eines Anime-Mädchens singt.

Von Garreth Mattey

SA

 16.05.
19:15

crypt_: Was gibt's?
Festivalzelt

45 Minuten bevor der erste Ton erklingt, fragen wir gemeinsam „Was gibt’s?“ und geben Ihnen erste Einblicke in die Musiktheaterproduktion „crypt_“.

SO

 17.05.
18:15

MO

 18.05.
10:15

crypt_: Tastführung
Muffathalle

MO

 18.05.
12:30

crypt_: Absacker
Festivalzelt

Im Anschluss an die Vorstellungen von „crypt_“ laden wir Sie noch zu einem „Absacker“ ein und schaffen Raum, um untereinander und mit den Künstler*innen ins Gespräch zu kommen.

MI

 06.05.
17:00
— 20:00

SA

 16.05.
19:00
— 22:00

Manga und Musik
Workshop und Premierenbesuch für Jugendliche ab 14 Jahren
Lights of Art
Muffathalle

In Zusammenarbeit mit dem LOA - Lights of Art des Kreisjugendrings München-Stadt - laden wir Jugendliche dazu ein, bei einem Manga-Zeichenworkshop in die Produktion „crypt_“ einzutauchen und gemeinsam zur Uraufführung in der Muffathalle zu gehen. Ausschreibung und Informationen gibt es hier zum Download.

Gemeinsame Sache

Allein in die Vorstellung? Muss nicht sein. Zu ausgewählten Vorstellungen machen wir GEMEINSAME SACHE. Nach einer unkomplizierten Anmeldung treffen wir uns vor der Vorstellung für ein Kennenlerngetränk und eine kurze Einführung. Ein*e Gastgeber*inwird den Abend begleiten, so dass man auf alle Fälle immer Gesprächspartner*innen hat. Und gemeinsam macht es einfach mehr Spaß.

Termine und Anmeldung