Hauptwerke

Biennale 2014

Editorial

Biennale 2014

Außer Kontrolle

Das Motto der 14. Münchener Biennale enthält schärfste Gegensätze: Befreiung – Katastrophe, Erlösung – Horror, Aufbruch – Untergang. Ein Komponist versuchte sie zu leben und zu gestalten: Claude Vivier, der im März 1983 in Paris, 34 Jahre jung, ermordet wurde. Um Vivier dreht sich Marko Nikodijevićs Oper, mit der wir die Biennale eröffnen. Kopernikus, Viviers Hauptwerk für die Bühne, wird im Rahmen von Biennale extra gezeigt.
Fünf Auftragswerke können wir bei der 14. Biennale uraufführen. Samy Moussa geht in Vastation der Dynamik nach, die ausbricht, wenn Machtfunktion und Persönlichkeit in einen unbeherrschbaren Konflikt steuern. Hèctor Parras Umkehrung des Orpheusmythos beleuchtet die virtuelle Situation einer freien Passage zwischen Leben und Tod. Aus Elias Canettis Drama um die angemaßte Allmacht über die menschliche Lebenszeit entwickelt Detlev Glanert mit Nico and the Navigators eine neue Form experimentellen Musiktheaters. Dieter Schnebel visiert in seinem Klang- und Bewegungstheater Fluchtpunkte humaner Hoffnung an.   
Wir sahen unsere Festivals stets als Versuchsanordnungen in der Geschichte der Moderne. Ich freue mich daher, die Jahre meiner künstlerischen Leitung mit besonderen Rückblicken abrunden zu können. Eine Oper von Detlev Glanert eröffnete 1988 die 1. Münchener Biennale. Dieter Schnebel steht mit seinem Œuvre auch für die immer wieder neue Reflexion der musiktheatralischen Elementaria: Raum, Klang, Bewegung, Stimme.  
Ein besonderes Anliegen war es mir, in der letzten von mir verantworteten Biennale Hans Werner Henze, den Gründer des Festivals, zu ehren. Das Kernprogramm der Biennale ergänzen Konzerte der Münchner Philharmoniker, des Münchener Kammerorchesters und des Münchener Rundfunkorchesters; in der Reihe Biennale Special stellen Münchener Künstler und Gruppen Konzepte neuen Musiktheaters vor. Zu Reflexion und Diskurs regen zwei Symposien und Veranstaltungen der Volkshochschule an.   

Für die Ermöglichung dieses Programms danken wir der Landeshauptstadt München, allen Kooperationspartnern und Unterstützern. Persönlich möchte ich dem Team der Biennale für das große und beständige Engagement in der achtzehnjährigen gemeinsamen Arbeit Dank sagen. 

Die Biennale 1988 – 2014

Dokumentation

Die Münchener Biennale 1988 – 2014

Dokumentation

Ab Festivalbeginn an den jeweiligen Spielorten und im ausgewählten Buchhandel erhältlich.

"Ich war mir mit Hans Werner Henze darin einig, dass die Biennale die Wachheit und Offenheit gegenüber aktuellen Tendenzen mit dem grossen Atem der Kontinuität so gut wie möglich zusammenbringen sollte. Eine Periode dieser spannungsvollen Arbeit geht mit dieser ersten Generationsspanne der Biennale zu Ende. Eine nächste wird von neuen Voraussetzungen aus beginnen." (Peter Ruzicka)

Dokumentation
Die Münchener Biennale 1988 – 2014

Herausgegeben von der Münchener Biennale – Internationales Festival für neues Musiktheater, Kulturreferat der Landeshauptstadt München, Die Deutsche Bühne / Detlef Brandenburg

Konzeption und Chefredaktion: Detlef Brandenburg
Verlag:
Inspiring NETWORK GmbH & Co KG, Hamburg

MVHS

Biennale Werkstatt 2014

Biennale Werkstatt

der Münchner Volkshochschule

Werkstatt 1: Musiktheater im Raum
zu Nikolaus Brass' "Sommertag" nach einem Text von Jon Fosse

Werkstatt 2: NeueMusikSalon

Hier treffen sich seit der Biennale 2012 an Neuer Musik interessierte Konzertgänger.

Auftakt spezial zum Biennale-Sonderkonzert

Einführungsveranstaltung zum Biennale-Sonderkonzert der Münchner Philharmoniker mit Werken von Hans Werner Henze.

Details bitte rechts auf "Weiterlesen" klicken



Werkstatt 1: Musiktheater im Raum
zu Nikolaus Brass' "Sommertag" nach einem Text von Jon Fosse

In je einer Musik- und Theaterwerkstatt machen wir uns mit der Klangwelt des Komponisten Nikolaus Brass sowie mit dem Text und Stoff des norwegischen Autors Jon Fosse vertraut. Einblicke in den besonderen kompositorischen Ansatz dieses Kammermusiktheaters und die Inszenierung bieten Künstlergespräche mit dem Komponisten, dem Regisseur Christian Marten-Molnár und der Bühnenbildnerin Katherina Kopp sowie ein gemeinsamer Probenbesuch. Dabei werden wir uns mit der Musikalisierung des Textes und der Ausarbeitung des Beziehungsgeflechts der Charaktere sowie mit der Rolle der szenischen Gestaltung des Klangraums beschäftigen. Eine Nachlese im Anschluss an den Theaterbesuch bietet Gelegenheit, offene Fragen zu klären und sich über die Hörerfahrungen auszutauschen.

Shoshana Liessmann, Kultur- und Musikwissenschaftlerin, lehrt und forscht vor allem zu soziokulturellen Zusammenhängen der Musikgeschichte. Ihr besonderes Interesse gilt der Vermittlung zeitgenössischer sowie jüdischer und israelischer Musik.

Dr. Katharina Keim
, Theaterwissenschaftlerin und Germanistin, mit den Schwerpunkten europäische Theatergeschichte und zeitgenössische Theaterästhetik, lehrt und forscht an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Termine Werkstatt 1

10.3. bis 23.5.2014
20 Plätze
Beginn: Mo 20.00 bis 22.00 Uhr
Kursgebühr: € 55.-
Ermäßigte Konzertkarte € 10.-
Stipendien für Studierende auf Anfrage unter Telefon (0 89) 44 47 80-62/61

Mo 10.3. - 20.00 bis 22.00 Uhr - Einstieg
Sa 22.3. - 11.00 bis 15.00 Uhr - Musikwerkstatt: Komponistengespräch mit Nikolaus Brass
Sa 5.4. - 11.00 bis 15.00 Uhr - Theaterwerkstatt: Künstlergespräch mit Christian Marten-Molnár, Regie, Waltraud Lehner, Dramaturgie und Katherina Kopp, Bühne/Kostüme
Di 6.5. -15.00 bis 18.00 Uhr Probenbesuch
Di 13.5. - 20.00 Uhr - Besuch der Aufführung, Schwere Reiter
Fr 23.5. - 18.00 bis 19.30 Uhr - Nachlese EG 2001 Workshop Innenstadt Shoshana Liessmann / Dr. Katharina Keim · Volkshochschule · Gasteig · Rosenheimer Str. 5

zur Website und Buchungsformular der MVHS


Werkstatt 2: NeueMusikSalon

Hier treffen sich seit der Biennale 2012 an Neuer Musik interessierte Konzertgänger. Wenn Sie auch mehr über die aktuelle Musik, ihre Strömungen und Künstler erfahren und sich darüber mit anderen austauschen möchten, schließen Sie sich uns an! Anknüpfend an die Tradition der Salons, wo Gleichgesinnte schon zu Schuberts Zeiten über die neueste Musik ihrer Zeit diskutierten, laden wir ein, zeitgenössische Musik einmal anders zu erleben.
An drei gesonderten Terminen bereiten wir uns auf das jeweilige Programm vor. Direkt im Anschluss an jeden gemeinsamen Konzertbesuch gibt es Gelegenheit, sich über das Gehörte im informellen Rahmen eines angenehmen Lokals miteinander auszutauschen. Nach Möglichkeit werden Probenbesuche und Künstlergespräche angeboten. Shoshana Liessmann ist Musik- und Kulturwissenschaftlerin und engagiert sich für die Vermittlung zeitgenössischer Musik. Mit der Anmeldung im Kurs erfolgt die Kartenbestellung automatisch.
Ein Projekt der Münchner Volkshochschule in Zusammenarbeit mit der musica viva, der Münchener Biennale und dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München.

musica viva
Georg Friedrich Haas - Neues Werk für Alphornquartett und Orchester (UA)
Salvatore Scarrino: "Un'immagine di Arpocrate" für Klavier, Orchester mit Chor
Tamara Stefanovich, Klavier / HORNROH modern alphornquartet / ChorWerkRuhr Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

Dirigentin: Susanne Mälkki
Konzert: Fr 28.3., 20.00 Uhr, Herkulessaal
Vorbereitungsabend: Mo 24.3., 20.00 Uhr, Gasteig

Biennale Sonderkonzert der Münchner Philharmoniker Hommage à Hans Werner Henze
"Sebastian im Traum" für großes Orchester
"Nebelheim und Sonnenland" - Suite aus der Oper "Gisela!" eingerichtet von Jobst Liebrecht (2013)
"Symphonie Nr. 7"

Münchner Philharmoniker, Philharmonischer Chor München
Dirigent: Markus Stenz
Konzert: Sa 10.5., 20.00 Uhr, Philharmonie
Vorbereitungsabend: Mo 5.5., 20.00 Uhr, Gasteig

Biennale Musiktheater Vorbereitungsabend und Besuch einer neuen Musiktheaterproduktion. Nähere Details werden noch bekanntgegeben. Vorbereitungsabend: 12. Mai 2014, 20.00 Uhr, Gasteig EG 2003                                                                             
Shoshana Liessmann · Volkshochschule · Gasteig · Rosenheimer Str. 5 · Vorbereitungsabende: 3 x mo 24.3., 5.5. und 12.5.2014 · 20.00 bis 21.30 Uhr · € 38.-- · Ermäßigte Konzertkarte € 29.-- · 12 Plätze

zur Website und Buchungsformular der MVHS

Auftakt spezial zum Biennale-Sonderkonzert

Einführungsveranstaltung zum Biennale-Sonderkonzert der Münchner Philharmoniker mit Werken von Hans Werner Henze.

Die Werke des Abends werden vorgestellt und erläutert, Klangbeispiele geben einen ersten Höreindruck, der beim Konzertbesuch den Zugang erleichtert.

Sa 10. Mai, 18.45 Uhr, Gasteig, Raum 0.117 Als Gast: Peter Ruzicka, Leiter der Münchener Biennale. Dozentin: Shoshana Liessmann Siehe auch EG 2121E

Komponisten

1988 bis heute

Klangspuren

Gesprächskonzerte der Münchener Biennale

Klangspuren

Im Zentrum der Gesprächskonzerte „Klangspuren“ bzw. „Klangspuren plus“, von Hans Werner Henze 1994 begründet, stehen Uraufführungen von Auftragswerken junger Komponisten. Es werden jeweils Kompositionen der Tradition und der neueren Musik, die einen besonderen Bezug zu dem uraufgeführten Werk haben, ausgewählt. So entsteht für den Komponisten und sein Werk ein Spannungsfeld von Gegenwart und Geschichte. Die Vielfalt möglicher Bezugspunkte wird im Rahmen des Konzerts durch ein Gespräch mit dem Komponisten verdeutlicht.

Konzeption und Gesprächsleitung: Siegfried Mauser und Peter Ruzicka

(Die Klangspuren Veranstaltungen werde gerade eingepflegt und sind noch nicht vollständig. Bitte um Verständnis)

Klangspuren

1994 - 2014

Archiv

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