Scene polidimensionali XVII

Die weisse Fürstin

Oper

Musik: Márton Illés (*1975)
Libretto: Márton Illés nach dem gleichnamigen Schauspiel von Rainer Maria Rilke

Musikalische Leitung: Georg Fritzsch
Regie: Andrea Moses
Bühne und Kostüme: Christian Wiehle
Dramaturgie: Ludwig Haugk, Cordula Engelbert

Mitwirkende: Lesia Mackowycz (Sopran), Heike Wittlieb (Sopran), Merja Mäkelä (Mezzosopran),
Steffen Doberauer (Tenor), Michael Müller (Tenor), Michail Milanov (Bass), Hans Griepentrog (Bass), Marek Wojciechowski (Bass), Kevin Thompson (Bass), Astrid Meyerfeldt (Schauspielerin), Katja Sieder (Schauspielerin), Julian Mehne (Schauspieler)

Mitglieder des Philharmonischen Orchesters der Landeshauptstadt Kiel:
Violine: Maximilian Lohse, Eri Ishiodori, Sara Täuber
Viola: Atsuko Matsuzaki, Caroline Gosman
Violoncello: Paul Füssinger, Aynur Caymaz-Agri
Kontrabass: Hans-Martin Keltsch
Klarinette: Alexander Wernet, Sherif El Razzaz. Winfried Kassenberg, Ralph Lane, Georg Paltz, Vladimir Martinu, Igal Levin
Trompete: Thilo Schramm, Volker Siepelt
Horn: Victor Sokolov/ Thomas Bierfeld, Isgard Boock
Posaune: Christoph Beyer
Tuba: Allan Jensen
Schlagzeug: Claus Koschnitzke
Klavier: Sunyeo Kim

Co-Dirigent und musikalische Assistenz: Florian Erdl
Studienleitung: Bettina Rohrbeck
Musikalische Einstudierung: Sunyeo Kim, Paul Plummer
Regieassistenz und Abendspielleitung: Jörg Diekneite
Bühnenbildassistenz: Elisabeth Richter
Kostümassistenz: Julia Scholz
Inspizienz: Marina Hewig
Maske: Caroline Steinhage, Alexandra Enke, Mareike Langkau
Requisite: Maike Guttau, Christine Kissing-Gebert, Viola Redlin
Soufflage: Angelika Siebel
Übertitelung: Monika Kurz

Produktionsbetreuung: Annette Geller
Technische Gesamtleitung und Ausstattungsleitung: Werner Kraft
Technische Projektleitung München: Peter Mentzel
Technische Projektleitung Kiel: Klaus Buchholz, Wilfried Wahler, Joachim Mohr, Manfred Bamberg

Spieldauer: ca. 60 Minuten

Aufführung in deutscher Sprache mit Übertiteln

Aufführungsrechte: Breitkopf & Härtel KG, Wiesbaden

Kompositionsauftrag der GEMA-Stiftung zur Münchener Biennale

Koproduktion: Münchener Biennale und Theater Kiel


Karten: € 20,–
Ermäßigt: € 10,–

Online-Kartenverkauf: www.muenchenticket.de

Uraufführung:

Mi 28. April, 20 Uhr

Weitere Vorstellungen:

Do 29. April und Fr 30. April, 20 Uhr

Gasteig/Carl-Orff-Saal

Weitere Aufführungen:

8., 16. und 24. Mai, 13. Juni 2010

Theater Kiel/ Schauspielhaus

Komponistengespräch: Márton Illés
Moderation: Peter Ruzicka
Mi 28. April, 18.30 Uhr
Gasteig/Black Box


„Seit Jahren stelle ich immer wieder fest, dass meine intimsten musikalischen Gedanken zumeist in ein paar Linien erscheinen, die gleichzeitig oder einzeln, in verschiedenen Gruppierungen und formalen Konzeptionen auftreten. Die linearen Ereignisse behalten ihre eigenen Spannungsabläufe, sind also als gleichzeitig auftretende Individuen anwesend.“ (Márton Illés) Musik ereignet sich als imaginäres Theater. In sechzehn Scene polidimensionali gab Illés dieser Ästhetik konkrete Gestalt. Mit der siebzehnten verwirklicht er die Tendenz, die in ihnen allen angelegt ist. Die siebzehnte ist ein Stück Musiktheater. Als Stoff und Text wählte Illés ein dramatisches Gedicht von Rainer Maria Rilke in dessen erster, rauerer, weniger geglätteten, direkteren Version: Die weiße Fürstin, Szenen einer Erwartung, die sich vom Hintergrund einer schrecklichen Realität abhebt. Die weiße Fürstin (sie trägt keinen Namen) lebt der Erfüllung ihrer Sehnsucht entgegen: der Ankunft des Geliebten. Erzählungen vom Elend der seuchen- und hungergeplagten Bevölkerung, vom Treiben ominöser schwarzer Priester geraten zu Marginalien dieses Sehnens. Handlung und Ziel sind durch einen Schwebezustand, gleichsam durch Klangbewegungen der Seele abgelöst. Illés greift diesen nach innen gewandten dramatischen Vorgang auf, indem er den Sängern und Schauspielern keine feste Rollen zuordnet. Personen und ihre Äußerungen komponiert er als Erscheinungen und Ereignisse im musikalischen Raum, der sich in den szenischen Raum weitet. Der Text, der aus dem Eingangsbereich zur Moderne stammt, ist eingefügt in die Polydimensionalität der Musik nach der Moderne. Von hier aus öffnen sich die Perspektiven für die Gestaltung des Bühnenraums durch Architektur, Licht und Bewegung.

Márton Illés, 1975 in Budapest geboren, studierte Klavier, Komposition und Musiktheorie in Basel und Karlsruhe. Er erhielt Kompositionsaufträge u. a. des Klangspuren-Festivals Schwaz, der roc berlin, der Alten Oper Frankfurt, des Ungarischen Rundfunks, des SWR, des WDR, der Wittener Tage für neue Kammermusik, des Spoleto und Eclat Festivals. Als Komponist und Pianist wurde er mehrfach ausgezeichnet, u. a. 2005 mit dem Christoph und Stephan Kaske Kompositionspreis, 2008 mit dem Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung, mit dem Schneider-Schott- und Hindemith-Preis. Seit 2005 lehrt er Musiktheorie an der Staatlichen Hochschule für Musik Karlsruhe. Zurzeit ist er Stipendiat der Villa Massimo in Rom.