Die Quelle
Musik und Konzept: Lin Wang (*1976)
Text: Can Xue und Lin Wang
Englische Übersetzung: Karen Gernant und Chen Zeping
Musikalische Leitung: Alexander Liebreich
Regie: Andreas Bode
Bühne: David Schnell
Kostüme: Gwendolyn Jenkins
Dramaturgie: Hans-Georg Wegner
Licht: Andreas Grüter
Mitwirkende:
Steffi Lehmann (Sopran)
Barbara Buffy (Mezzosopran)
Bernhard Landauer (Countertenor)
Loren Lang (Bass-Bariton)
Christian Hübner (Bass)
Uwe Kramer (Schauspieler)
Wu Wei, Sheng
Xu Fengxia, Sanxian u. Guzheng
Münchener Kammerorchester:
Violine 1: Daniel Giglberger, Konzertmeister
Violine 2: Rüdiger Lotter
Bratschen: Kelvin Hawthorne, Stimmführer
Violoncelli: Olivier Marron*
Kontrabass: Onur Özkaya
Flöte (auch Piccolo/ Altflöte/ Bassflöte): Isabelle Soulas*
Oboe (auch Englisch-Horn):Vilem Veverka*
Klarinette (auch Bassklarinette): Stefan Schneider*
Saxophon (Sopran/Alt/ Tenor): Hermann Rid*
Fagott (auch Kontrafagott): Tonko Huliev*
Horn: Saar Berger*
Trompete: Rupprecht Drees*
Posaune: Uwe Schrodi*
Klassische und elektrische Gitarre: Harald Lillmeyer*
Harfe: Marlis Neumann*
Klavier: Julian Riem*
1. Schlagzeug: Philipp Jungk*
2. Schlagzeug: Alexander Glöggler*
- als Gast
Studienleitung und musikalische Assistenz: Márton Terts
Regieassistenz: Katharina Fritsch
Ausstattungsassistenz: Katja Fritzsche
Inspizienz: Peter Mischke
Souflage: Ulrike Heinrich
Spieldauer: ca. 85 Minuten
Aufführung in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Aufführungsrechte bei der Komponistin
Kompositions- und Librettoauftrag der Landeshauptstadt München zur Münchener Biennale
Koproduktion: Münchener Biennale und Theater Bremen in Zusammenarbeit mit der EXPO 2010 Shanghai und dem Goethe-Institut
Karten: € 20,–
Ermäßigt: € 10,–
Online-Kartenverkauf: www.muenchenticket.de
Uraufführung:
So 9. Mai, 20 Uhr
Weitere Vorstellungen:
Mo 10. Mai und Di 11. Mai, 20 Uhr
Gasteig/Carl-Orff-Saal
Weitere Aufführungen
9. und 10. Oktober 2010
Shanghai/ EXPO
Spielzeit 2011/ 2012
Theater Bremen
Komponistengespräch: Lin Wang
Moderation: Peter Ruzicka
So 9. Mai, 18.30 Uhr
Gasteig/Raum 0.131
Je enger die Weltteile zusammenrücken, je selbstverständlicher sich Traditionen begegnen, desto wichtiger wird das Gespür für geistige und seelische Distanzen. Lin Wang studierte in ihrer Heimat China und in Europa, kennt westliche und östliche Kultur und weiß, dass sich beide nicht durch einen Willensakt kurzfristig verschmelzen lassen. Der lange Weg künstlerischer Synthese führt über radikale Individualität.
Das Libretto ihrer Oper beruht auf einer Erzählung der Dichterin Can Xue, die zurückgezogen in China lebt. Außer mit den eigenen Traditionen beschäftigt sie sich lesend, bedenkend und übersetzend mit Literatur des Expressionismus und Surrealismus, mit Dichten und Denken aus Europa, Nord- und Südamerika. In ihren Texten durchkreuzen sich aktuelles Erleben, Erinnerung, Zeugnisse der Vergangenheit, Zeichen, Symbole, Visionen und Naturbilder. Wie Pflanzen seien ihre Werke: Ideen wachsen im Westen heran, „ich grabe sie aus und versetze sie in den tiefen Grund der langen chinesischen Geschichte. Meine Werke sind weder wie die aus dem Westen noch wie chinesische Werke, sondern meine eigene Schöpfung.“ In Can Xues Dichtungen werde die Welt transparent, so Lin Wang. „Ihr Schreiben setzt dort ein, wo Denken und Wahrnehmung aufhören. Sie schreibt über die Welt und über die Zeit, über den Tod, bis das Leben wieder beginnt. Ich kann nicht anders, als diese Rätsel auf meine Weise zu lösen oder zu beschreiben.“ Die Quelle, ihr Versiegen und ihr Wieder-Aufspringen werden zum Symbol des Prozesses, in dem Leben entsteht, gefährdet, verspielt, verloren und wieder gewonnen wird. Nicht die äußere Handlung entscheidet, nicht die Auseinandersetzung der Jian Yi, einer modernen Karrierefrau, mit Vermietern, Chefs und Karrieregesetzen, sondern das, was sich in den Personen zuträgt. Lin Wang bringt das Drama der Bewusstwerdung und der existenziellen Suche mit den Mitteln modernen Musiktheaters einschließlich Projektionen und Elektronik auf die Bühne. Es betrifft alle: Verfasser, Regie, Sänger, Musiker – und Publikum.
Lin Wang, 1976 in Dalian geboren, studierte 1996–2001 am Zentralen Konservatorium in Peking. 1998 war sie Preisträgerin in Maki Ishiis japanisch-chinesischem Wettbewerb, 2000 beim NLCC Twentieth Anniversary Choral Composition Prize in Großbritannien. 2002 setzte Lin Wang ihr Studium bei Theo Brandmüller, Chaya Czernowin und Detlev Müller-Siemens in Saarbrücken und Wien fort. Sie hat mit zahlreichen renommierten Ensembles und Orchestern zusammengearbeitet. Für ihre Kompositionen wurde sie u.a. mit dem Gaudeamus, dem DAAD und dem Isang Yun Preis ausgezeichnet. Neben dem Komponieren arbeitet sie derzeit mit anderen Autoren an einem Buch über die Kultur in China seit 2000.